Archive for the ‘Projekte’ Category

Subtile zeitgenössische Wandkunst aus Glas

Freitag, September 25th, 2020

Architekturstruktur und Transzendenz in Glas: In der Architektur der Nürnberger St. Lorenz Kirche sind zahlreiche immer wiederkehrende »Muster« zu entdecken. Dies inspirierte den Künstler Thierry Boissel dazu, eines der Raster auf die Wand des Gemeindesaals zu übertragen. Diese Gestaltung setzt sich im Flur unterhalb fort.

Das Dach der St. Lorenz-Kirche kennzeichnet den Übergang der materiellen Kirche in den Himmel über ihr. Diese Thematik übertrug der Künstler für die Wandgestaltung: Er rasterte grob ein Abbild des Steinwerks, übersetze das Raster in eine neue Materialsprache und passte das Ergebnis für die Wand des Kirchengemeindesaals an. 

Die gläserne Zeichnung nimmt Bezug auf die tragende Struktur des Gotteshauses, die so in einer zeitgenössischer Material- und Formgebung neu und zugleich vertraut präsent bleibt – ein Auftrag der Kirche in der Welt von heute.

2.400 Glas Elemente sind per Wasserstrahl zugeschnitten und auf die bauseits vorhandene Wand montiert. Sie sind zwischen drei und zehn Zentimetern groß. Die Ornament gebenden Elemente sind aus zehn Millimeter dickem Floatglas. Die Wand selbst ist nach der Montage der Elemente flächenbündig verputzt.

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Maqsoodi-Fenster – Brücken für Jahrtausende

Mittwoch, März 25th, 2020

Die Münchner Künstlerin Mahbuba E. Maqsoodi gestaltet derzeit in der Bayerischen Hofglasmalerei neue Künstlerfenster für die Kirche des ältesten Klosters in Deutschland, der Benediktinerabtei St. Mauritius, Tholey. Das Projekt, zu dem auch drei neue Richterfenster zählen, ist eines der derzeit größten und kunsthistorisch bedeutendsten Glasmalereiprojekte.

Maqsoodi konnte sich bei einem beschränkten Kunstwettbewerb mit Ihren Entwürfen bei der Jury durchsetzen. Ausgedruckte Eins-zu-eins-Vorlagen erstellt aus den Entwurfsmalereien und unzähligen Detailstudien verfeinert die Künstlerin mit ihrem persönlichen Duktus, perfektioniert die Gestik und Mimik ihrer Figuren und ergänzt, wo in der Größe Details fehlen.

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Fenstermotive © Mahbuba Maqsoodi 2020

Die narrativen Fensterfelder bestehen aus einer bemalten Trägerscheibe und verschiedenen farbigen Überfanggläsern mit Ätzmalereien. Diese sind zusätzlich glasmalerisch mit Überzügen bearbeitet, so dass die figürlichen Motive perfekt zur Geltung kommen.  

Für die Entstehung der Fenster setzt sich Mahbuba Maqsoodi intensiv mit biblischen Geschichten und Heiligenlegenden auseinander und manifestiert diese mit hoher Präzision in zeitgenössischen farbintensiven Kompositionen auf Glas.

Und sie legt selbst glasmalerisch Hand an. Sie, die Miniaturmalerei in Afghanistan studierte und dann ihr Kunststudium an der Akademie W.I. Muchina in St. Petersburg nach Jahren intensiven Malens und Studierens unter sowjetrussischer Disziplin absolvierte, promovierte anschließend noch im Fach Kunstgeschichte.

1994 erhielt sie politisches Asyl und siedelte mit ihrem Mann und den beiden Söhnen nach München, wo sie seitdem als professionelle Künstlerin arbeitet. In ihren Werken beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Fragen und stellt den Menschen mit seinem Wesen in den Mittelpunkt. „Ich möchte, dass die Fenster die Menschen berühren und Brücken bauen“, erläutert die gebürtige Afghanin ihre künstlerische Motivation, das Konzept und ihren multikulturellen Vermittlungsanspruch.

Emotionen schlagen Brücken über Jahrhunderte oder Jahrtausende hinweg

Das Monopol-Magazin lobt die Tholeyer Maqsoodi-Fenster: „Maqsoodis Werk ist eine gläserne biblia pauperum, was in einer immer säkulareren Gegenwart durchaus Potenzial hat. Ihr gelingt es, die biblischen Geschichten, die vielen zu weit weg oder durch theologische Diskurse unverständlich erscheinen mögen, mit dem Heute zu verbinden:

Die Gesichter und Haltungen ihrer Figuren drücken Liebe und Freude, Verzweiflung und Angst aus. Auch wenn die Betrachter noch nie von Abraham und Theobert gehört haben, die dargestellten Emotionen schlagen Brücken über Jahrhunderte oder Jahrtausende hinweg.“

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Nikolaus Hipp malt Licht und Hoffnung

Freitag, März 20th, 2020

Farbmalereien für Pfaffenhofener Senioren: Der Künstler Nikolaus Hipp hat für den neu gestalteten Andachtsraum der Senioreneinrichtung St. Franziskus Malereien für die Glasfront und die Eingangstür entworfen. Die glasmalerische Umsetzung erfolgte in unseren Glaswerkstätten.

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Nikolaus Hipp ist auch bekannt als der Unternehmer Prof. Claus Hipp. Als Künstler und Ehrenbürger der Gemeinde Pfaffenhofen hat er sich auf Anfrage der Paritätischen Altenhilfe St. Franziskus sofort bereit erklärt, das fünfteilige Fenster des Raums und die Tür zu entwerfen.

„Das Bild soll Licht und Hoffnung ausdrücken. Das Hauptthema ist aber Schutzmantel und Geborgenheit. Unser Weg geht immer aufwärts zum Licht. Die strengeren Formen an den Türen sollen sich vom Fensterbild abheben. Wenn sie geschlossen sind, wirken die Farbstreifen wie ein Lettner. Wenn sie offen sind, laden sie zum Durchschreiten ein“, erläutert Nikolaus Hipp seine Entwürfe.

Hipp und die Ruhe vor dem Sturm

Donnerstag, März 19th, 2020

Für das Geburtsklinikum Ahlen hat der Münchner Künstler Nikolaus Hipp ein erstes glasmalerisches Kunstwerk kreiert. „Die Ruhe vor dem Sturm“ betitelt er sein Künstlerfenster für den neu gestalteten Kreißsaal des Ahlener St.-Franziskus-Hospitals.

Mit großzügigen, beherzten Glasmalereien und Strukturbränden setzten die Glasmaler der Werkstätten Gustav van Treeck das glasmalerische Werk nach Vorlage des Künstlers um. Das Ergebnis ist eine Ruhe stiftende, kontemplative Lichtarbeit für werdende Eltern und deren Nachwuchs.

Nikolaus Hipp, auch bekannt als der Unternehmer Prof. Claus Hipp, zeigt mit dem Werk beeindruckend, wie Raum wirksam seine Malereien in Glas umsetzbar sind und wie farbiges Glas vermag, Räume in Horte der Geborgenheit zu verwandeln.

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Sozialistische Kunst in neuer Pracht

Dienstag, März 17th, 2020

Erhaltung, Restaurierung und Wiederaufbau eines Großmosaiks: Die Bayerische Hofglasmalerei hat im Auftrag der Wüstenrot Stiftung  das Mosaik „Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik“ (1980-1984) des spanischen Künstlers Josep Renau (1907-1982) aufwändig restauriert. Im Herbst 2019 konnte das Wandbild wieder an den Moskauer Platz in Erfurt installiert werden.

Das ca. 7 x 30 Meter große Mosaik, das seit 2008 unter Denkmalschutz des Landes Thüringen steht, konnte noch vor dem Abriss des Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz im Jahr 2012 vor seiner Zerstörung bewahrt werden. Dazu wurde es fachgerecht abgenommen und bis zu seiner Restaurierung in Containern eingelagert.

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Die Restaurierungsarbeiten

Die Restauratoren dünnten die eingelagerten Teilflächen an der Rückseite zunächst bis zum Versetzmörtel, reinigten sie und kartierten das Schadensbild. Gebrochene Mosaikelemente setzten sie anschließend zusammen, positionierten sie im Gefüge und füllten die Mosaikfugen von hinten mit Sand. 

Um sicherzustellen, dass die einzelnen Mosaiksteine beim folgenden Auftragen des Ausgleichsmörtels nicht verrutschen, fixierten die Fachleute lose liegende Elemente durch einen Versatzmörtel. Für fehlende Mosaiksteine setzten sie Platzhalter ein. Nachdem alle Fliesen fixiert waren, erfolgte auf der Rückseite des Mosaiks der Verguss mit Mörtel. 

Zur Verstärkung legten sie dann ein Armierungsgewebe in den Mörtel ein. Nach dem Aushärten des Mörtels wendeten sie die Teilflächen und reinigten die Glasoberflächen der einzelnen Mosaiksteine. Die Fehlstellen schlossen sie mit Material aus dem Bestand oder neuen Steinen. 

Zuletzt wurden die Steine neu verfugt. Die neuen Mosaiksteine fügen sich in Materialität und Farbe in das Gesamtbild ein. Die Alterungsspuren wurden nicht überfasst; bei genauerer Betrachtung bleiben die Ergänzungen als solche erkennbar. 

Kulturelles Erbe exemplarisch bewahrt

Nach der Restaurierung applizierte das Restauratorenteam die 252 Teilflächen des Mosaiks auf spezielle, für den Wiederaufbau hergestellte Betonfertigteile, um sie auf einer neuen Betonträgerkonstruktion am ursprünglichen Ort des ehemaligen Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz in Erfurt wieder aufzustellen. 

Die Wüstenrot Stiftung verfolgt mit unterschiedlichen Projekten die Erforschung, Erhaltung und Sichtbarmachung von kulturellem Erbe in Deutschland, zu dem auch das kulturelle Erbe der DDR zählt. Das Mosaik-Außenwandbildes von Josep Renau restaurierte die Wüstenrot Stiftung erstmals exemplarisch ein Werk architekturbezogener Kunst im öffentlichen Raum. Sie kommt damit dem Wunsch vieler Menschen nach, „ihr“ Wandbild als identitätsstiftendes und stadtbildprägendes Element wieder zurückzubekommen. 

Gerhard Richter – Fenster für Tholeyer Mönche

Freitag, März 13th, 2020

Finales großes Werk von Gerhard Richter kommt aus den Glaswerkstätten Gustav van Treeck: Die Bayerische Hofglasmalerei hat die neuen Künstlerfenster der Abtei St. Mauritius Tholey mit hohem gestalterischen und handwerklichen Aufwand realisiert.

Die drei Chorfenster sind nach Vorlagen des weltberühmten Malers Gerhard Richter in den Münchner Werkstätten unter der künstlerisch-gestalterischen Leitung von Katja Zukic und der technischen Leitung von Raphaela Knein entstanden. Fast das ganze Team bestehend aus GlasmalerInnen und KunstglaserInnen wirkten an dem Projekt mit.

Die Kirchenfenster basieren auf malerisch anspruchsvollen Vorlagen, die Gerhard Richter aus der 16-fach gespiegelten Serie seiner digitalen Arbeit für die Publikation „Patterns – Devided – Mirrored – Repeated“ entnahm.

Unterstützt von intensiver digitaler Vorarbeit entstanden die Richter-Fenster als Sandwich-Verglasungen unter Verwendung verschiedenster Glasmalerei-Techniken wie dem Ätzen von mundgeblasenen Überfanggläsern, freien Glasmalereien auf Floatglas, Siebdrucken und Sandstrahlarbeiten.

Eine Auswahl an Presseberichten zu den Fenstern:

New York Times – A stained-glass gift, from god and Gerhard Richter
Artnet – Calling It His Last Major Work…
Der Spiegel – Gerhard Richter’s finales großes Werk
Die Zeit – Ornamente der Ewigkeit
FAZ – Denn alles Licht will Ewigkeit
Tagesschau – Abtei Tholey erhält drei Kirchenfenster von Gerhard Richter
ZDF heute journal – Richter-Kirchenfenster vorgestellt

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Fenstermotive © Gerhard Richter 2020 (04082020)

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Tausende Flügel überm Giesinger Berg

Freitag, Dezember 13th, 2019

Der Künstler Christoph Brech hat für die Münchner Heilig-Kreuz-Kirche die Chor- und Oratorienfenster neugestaltet.  Ausgangsmaterial für die Künstlerfenster waren weit über tausend Röntgenthoraxaufnahmen, gestiftet von Münchner Bürgern.

„Ausschlaggebend für meinen Entwurf war die gobelinartige Bemalung der Wand im unteren Teil des Chors. Diese Muster wollte ich an den Fenstern weiter führen und in die Höhe bringen, aber nicht mehr als immer gleich bleibendes Motiv, sondern in individueller Veränderung“, erklärt Christoph Brech den Ausgangspunkt seiner Idee und weiter: „Durch die Aneinanderreihung hunderter Lungenflügel werden die Unterschiede der menschlichen Anatomie erfahrbar. Jeder Thorax ist anders, jeder Mensch ist einzigartig. Jeder Mensch ist einzigartig vor Gott. Und alles Äußerliche, wie beispielsweise die Hautfarbe, ist nicht mehr erkennbar.“

Zahlreiche Gemeindemitglieder der Pfarrei Heilig-Kreuz haben ihre Röntgenbilder für die neuen Fenster gestiftet, die nun stellvertretend für sie in der Kirche auf Glas gebracht installiert sind. Damit sind die Stifter wie nach alter Tradition in ihren Kirchenfenstern verewigt. Neu nur, dass hier jeder Stifter sein konnte und nicht vermögend sein musste – ein demokratisches Stifterfenster also.

Insgesamt sind 1092 Lungenmotive in 94 rechteckigen Feldern und je sieben Lungenmotive in 14 Nonnenköpfen dargestellt. Die Chorfenster messen im Schnitt 1,1 x 11 Meter. Rund 85 Quadratmeter mundgeblasenes Glas sind handwerklich bearbeitet und so mit Kunst bespielt. Zur Verwendung kamen hellblaue zugeschnittene Neuantikgläser mit opakem weißem Überfang.

Per Siebdruck trugen die Handwerkerinnen der Werkstätten keramische Farben in zwei Blautönen auf und schmolzen diese im Farbbrandverfahren bei 620 Grad auf die Glasoberfläche. Die bearbeiteten Gläser klebten sie mittels 2-K-Silikon auf eine größengleiche transparente Trägerscheibe aus TVG Weißglas. Ein Messingrahmen fasst die Scheiben. So wurden sie vor die bereits bestehende Schutzverglasung eingebaut.

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Fotos: (c) Wolfgang Pulfer

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Madrid and Rome, Laura F. Gibellini

Freitag, Juni 22nd, 2018

Atmospheres and Interruptions I
Drawing on drywall, wall and glass. 3.2 x 6.6 meters (variable).
Installation view at Matadero Madrid, 2018.

Atmospheres and Interruptions II
Drawing on drywall, wall and glass. 5 x 3.5 meters (variable).
Installation view at the Spanish Academy, Rome, 2017.

Artist: Laura F. Gibellini

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Paravents des Lichts

Freitag, September 22nd, 2017

Anlässlich der Ausstellung „Summer Solstice 2017“ hat der englische Glaskünstler Brian Clarke fantastische neue Paravents aus mundgeblasenen Gläsern vorgestellt. Die Werkstätten Gustav van Treeck fertigten die Kunstwerke „Leipzig“ und „Lincoln’s Inn“ in aufwändiger Handarbeit.

Die Glaseinsätze der Paravents bestehen aus mundgeblasenen Überfanggläsern. Die Glasmalerinnen bearbeiteten diese exakt nach künstlerischer Vorlage mit Siebdrucken und in Ätztechnik.
Anfragen über die Galerie des Künstlers.

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Contemporary glass screens

Donnerstag, September 21st, 2017

On the occasion of summer solstice 2017 the english stained glass artist Brian Clarke has shown new fantastic screens made of hand-blown glasses. The Munich Studios Gustav van Treeck hand-crafted the art works „Leipzig“ und „Lincoln’s Inn“.

The glass panes of the screens are made of hand-blown flashed glasses. The glass painters attended them exactly towards the artistic original with screen printing and etching technologies. Requests for the artworks via the artist’s gallery.

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#SummerSolsticeScreens2017